Hof ist lebenswert!

Interview mit Mitgliedern der BG Hof

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen einen Teil unserer starken Gemeinschaft! Es ist eine Familie in Hof, die anders ist. Anders im Hinblick auf ihre bisherige Lebensgeschichte und Erlebnisse. Am Ende des gemeinsamen Interviews kamen wir aber zu der Erkenntnis, dass uns mehr eint als nur der Lebensmittelpunkt in Hof! Es stellte sich heraus, dass für diese Familie das Wichtigste im Leben die Sicherheit hier in Deutschland und die Ausbildung ihrer Kinder, ihre eigene Fortbildung und der Aufbau einer Existenz ist. Sie empfinden Deutschland als das größte Glück! Aber eins nach dem anderen.

Mitte Oktober besuchte Vorstandsvorsitzende Daniela Rödel gemeinsam mit unserem Hausmeister Rainer Zapf diese Familie in ihrem Zuhause. Zur Familie gehören Vater Mohammed Nour Al Shaar (der seit fast 3 Jahren in Deutschland ist), seine Ehefrau Rima Fallaha und die Töchter Aya (17 Jahre), Masa (10 Jahre) und Baraah (5 Jahre) sowie Oma Fathieh. Die Familie, die ganz in der Nähe wohnt, lebt als anerkannte Flüchtlinge in unserer Genossenschaft, sie sind aus einem Vorort von Damaskus in Syrien geflohen. Als Helfer der ersten Stunde war bei unserem Interview auch Gert Karlisch dabei, der ehrenamtlich für sie und andere Syrer tätig ist.

Das Bild zeigt von links: Mohammed Nour Al Shaar, Hausmeister Rainer Zapf, Masa, Gert K., Vorstandsvorsitzende Daniela Rödel, Baraah, Fathieh Mnawar, Aya und Rima Fallaha

Wie war es in Syrien vor dem Bürgerkrieg; wie schaut es in Syrien aktuell aus?

Mohammed Nour: Vor dem Bürgerkrieg galt die Region in und um Damaskus als das Vorzeigeland der arabischen Welt. Damaskus war eine Stadt, die niemals schläft, es war zu jeder Tages- und Nachtzeit etwas los. Es gab staatliche Universitäten, viele Kirchen und Moscheen; Christen und Muslime lebten friedlich zusammen - bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2011. Seit dieser Zeit herrscht im ganzen Land Krieg. Schulen, Denkmäler, Krankenhäuser, öffentliche Einrichtungen, Elektrizitätsnetze usw. werden durch Bomben zerstört. Die Zivilbevölkerung leidet unter Mangelernährung, Kälte und Unterdrückung; vor der Polizei und den Soldaten hat man Angst. Es gibt keine Arbeit mehr; man muss fliehen, um zu überleben.

Aya: Neben meiner Schule ging eine Bombe nieder. Ich habe Glück, dass ich noch lebe. Ich sah viele tote Menschen liegen, als ich aus der Schule kam. Ich konnte wochenlang nicht schlafen. Seit dieser Zeit habe ich Angst.

Warum kamt ihr nach Deutschland?

Rima: Um Frieden zu finden. Damit unsere Kinder leben und wir uns gemeinsam mit ihnen fortbilden können. Wir wollen arbeiten und uns eine Existenz aufbauen.

Welchen Beruf habt ihr ausgeübt? Sucht ihr eine Arbeit, einen Praktikumsplatz?

Mohammed Nour: Ich habe 22 Jahre bei einer Hausverwaltung die Telefonanlage betreut. Zusammen mit meiner Frau haben wir nebenbei Kaffee geröstet und Säfte hergestellt und verkauft, um unsere Einkünfte zu verbessern. Nun arbeite ich auf Minijob-Basis in einer Gastronomie in Tauperlitz und fahre dazu jeden Tag mit dem Fahrrad; es macht mir nichts aus, da ich eine Arbeit habe.

Rima: Ich arbeitete als Erzieherin in einem Kindergarten.

Wie ist eure aktuelle Lage als anerkannte Flüchtlinge?

Mohammed Nour: Der Kontakt mit deutschen Familien fehlt uns. Es wäre schön, wenn wir eine Familie finden, damit wir uns austauschen können und auch die deutsche Sprache besser verinnerlichen und verwenden könnten.

Aya: Normalerweise wäre ich in der 11. Klasse. Aufgrund meines Hintergrunds bin ich aktuell in der 9. Klasse. Nach meinem Schulabschluss möchte ich eine Ausbildung beginnen oder studieren. Derzeit absolviere ich verschiedene Praktika. Mein Kopftuch könnte mir allerdings bei der Berufswahl ein Nachteil sein. Hier würde ich mir mehr Toleranz wünschen. Meine Lehrerinnen sind alle sehr gut zu mir. Ich habe 2 beste Freundinnen. Wir unterhalten uns nur auf Deutsch, das kommt mir in der Schule auch zugute.

Wer hilft euch bei der Integration in Hof?

Rima: Das sind ganz klar Gert Karlisch und Frau Kisler. Herr Karlisch hat uns die deutsche Sprache durch Dialoge beigebracht. Wir konnten ihm viele Fragen stellen, er war immer geduldig und half uns, Sprachbarrieren abzubauen. Er war uns auch eine große Stütze bei Behördengängen; verdeutlichte uns die Mülltrennung und gab viele hilfreiche Tipps, auch zum richtigen Heizen. Nun geben wir unser Wissen an andere geflüchtete Familien weiter.

Was sind eure Ziele für die nächsten 5 bis 10 Jahre (für die Zukunft)?

Mohammed Nour: Eine Festanstellung suchen, damit ich meine Familie ernähren kann. Die Arbeit ist das Wichtigste, damit wir ein Leben in Deutschland führen können.

Aya: Ich möchte arbeiten oder studieren und mir ein eigenes Leben in Deutschland aufbauen. Auch sehne ich mich nach meiner Mutter, die noch in Syrien lebt. Ich will fleißig arbeiten, damit ich sie eines Tages vielleicht nach Deutschland holen kann. Meine Familie ist sehr gut zu mir, keine Frage, aber die eigene Mutter zu umarmen, das wäre für mich unbeschreiblich.

Was denkt ihr über die Baugenossenschaft Hof? Wurdet ihr gut von euren Nachbarn aufgenommen? Was macht die Baugenossenschaft aus?

Rima: Unsere Nachbarn waren immer sehr freundlich und halfen uns. Dafür herzlichen Dank an alle. Auch die Mitarbeiter von der Verwaltung, Frau Gottsmann und unser Hausmeister Herr Zapf von der Baugenossenschaft Hof sind top! Wir fühlen uns hier sehr wohl. Hof ist einfach lebens- und liebenswert!

Unterstützung für geflüchtete Menschen

Gute Nachbarschaften leben von einem guten Miteinander. Wenn Sie auch Interesse haben, geflüchtete Menschen kennen zu lernen oder eine Patenschaft zu übernehmen, dann wenden Sie sich an uns, wir helfen Ihnen weiter.

Patenschaft kann heißen, zusammen Kaffee oder Tee zu trinken, einen Spaziergang oder einen Ausflug in den Zoo zu unternehmen, miteinander zu kochen und sich auszutauschen. So können Sie die Integration der neuen Nachbarn fördern und vielleicht ergeben sich dann auch Möglichkeiten, sich im Alltag gegenseitig zu unterstützen.

In diesem Zusammenhang danken wir allen freiwilligen Helfern in unserer Genossenschaft für ihr Engagement und ihre Hilfsbereitschaft.

News &

Infos

Wir suchen Verstärkung!

Bewerben Sie sich!
mehr lesen...
BG-Strom Angebot

Strom-Angebot exklusiv für BG-Mitglieder und Mieter
mehr lesen...
Nachwuchs der BG gefunden!

Bei unserem Gewinnspiel haben wir wieder kleine Baumeister und süße Prinzessinnen entdeckt.
mehr lesen...
Hof ist lebenswert!

Mitte Oktober führten wir ein Interview mit einer Familie, die Mitglied unserer starken Gemeinschaft in der BG ist.
mehr lesen...
Die Vertreter/Ersatzvertreter stellen sich vor ...

Die ersten Vertreter/Ersatzvertreter aus dem Wahlbezirk 5 stellen sich kurz vor.
mehr lesen...
Spenden für Kindertagesstätte und kulturelle Einrichtungen

Wir beschenkten einen Hofer Kindergarten und unterstützten das Theater Hof sowie die Hofer Symphoniker.
mehr lesen...
"Zusammenhalt" freut sich über neue Mitglieder

Der Nachbarschaftshilfeverein gewinnt immer mehr Mitglieder und sucht noch möglichst viele weitere Mitstreiter/-innen.
mehr lesen...
Einheitliche Aufkleber für Briefkästen

Wenn Ihnen Werbeprospekte und kostenfreie Zeitungen zu viel werden.
mehr lesen...

Alle "Stars" der Oberfranken- ausstellung können Sie hier aufrufen.